Vor ein paar Jahren bin ich mit meinem Vater kurz zu dem Ort zurückgekehrt, in dem ich meine früheste Kindheit verbracht hatte. Das ist ein Städtchen tief in den österreichischen Bergen, auf der einen Seite begrenzt durch Felswände, die die späte Sonne wegsperren und auf der anderen Seite die Reste der glorreichen österreichischen Montanindustrie. Also nicht gerade das Bergbauernidyll aus dem Bilderbuch. An die Stadt selber erinnere ich mich kaum, sehr wohl aber an unsere Wohnung, den schönen großen Hof und den Kletterbaum.
Das war ein echter Baum mit tiefhängenden Querästen, da konnte man im Schatten kraxeln und Abenteuer erleben. Heute gibt es ja nur noch TÜV-geprüftes Spielgerät, teuer errichtet, gewartet und immer in der prallen Sonne. Die Göttin pflanzt überall um uns herum die großartigsten Spielplätze: trittfest, ökologisch, moosgepolstert, nachwachsend bei Beschädigung und wir haben nichts besseres zu tun, als Bäume zu fällen um Platz zu machen für genormten Kinderspaß...
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Ich wohne zur Zeit im Ruhrgebiet. Unlängst gab es in meiner Nähe eine größere Veranstaltung, die in einer Tragödie endete.
Sie nannten es Parade der Liebe, allerdings wurde es eine Todesfalle auf Ansage.
Ich will hier auch gar nicht mehr darauf eingehen, wie mies die Planung, das Verhalten der Schuldigen und der Umgang mit Verantwortung gehandhabt wurde. Aber es ist dieses Leid, das plötzlich über Familien meiner Stadt hereingebrochen ist, das durch seine örtliche Nähe mein Gemüt beschwert.
TOD: "Verfolgst Du mich eigentlich?"
Ich: "Gerade wollte ich Dich dasselbe fragen."
TOD: "Ich bin beruflich hier."
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TOD: Hier hätte ich Dich nicht erwartet.
Ich: Die Show wollte ich mir nicht entgehen lassen.
TOD: Ist es nicht etwas pietätlos, eine Beerdigung "Show" zu nennen?
Ich: Pfff. Das ist der ganze Zirkus hier auch. Hier werden Menschen geehrt, die sich bereit erklärt haben, für Geld zu töten. Das nenne ich makaber.
TOD: Ich weiss aus zuverlässiger Quelle, dass diese Vier niemanden getötet haben und es auch nicht wollten.
Ich: Und als man ihnen ein Sturmgewehr in die Hand drückte und sie in ein fremdes Land flog, da konnten sie wirklich nicht ahnen, wofür? So naiv kann man doch gar nicht sein...
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[was überlegst du?] [Ich lese gerade Nachrichten.] [das ist doch in ordnung, oder?] [Ich habe halt Schwierigkeiten mit altklugen Ich-habe-es-euch-doch-gesagt-Sprüchen.] [dann lass es doch] [Das geht nicht.] [hä?] [Seit Jahrzehnten rede ich mir den Mund wund, ich wurde belächelt, augenberollt und beschimpft. Und das wegen einer Sache, bei der ich SO eindeutig recht habe, dass ich nicht fassen kann, dass leichtgläubige Menschen immer noch darauf hereinfallen.] [herrje, ich will's nicht wissen] [Dann gehe Kaffee kochen und tu schön Whiskey rein, ich habe etwas zu Feiern]
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Tragikomik. Was für ein Wort.
Kann etwas tragisch und komisch zugleich sein? Wir erleben das gerade zu Hause. Mein Nachwuchs, besonders mein Sohn, macht zur Zeit einiges durch. Man merkt ihm an, wie unsicher er ist, wie schwer es ihm fällt, seine Rolle in der Gesellschaft zu finden. Er möchte eigentlich lieb und brav sein, aber sein Körper läßt das nicht zu. Jeden Tag bemerkt er, wie seine Kräfte wachsen und die Hormone sind neu für ihn. Eigentlich möchte er kuscheln, muss aber kämpfen.
Zu meiner leisen Schande bemerke ich wiederum, dass ich damit nicht wirklich gut umgehen kann. Wie war das doch schön mit den Babies ... Die haben einen bewundert, egal was war. Heute weiss ich, dass das nur einfach schien, weil man nichts falsch machen konnte. Doch jetzt, da die Kinder nach Erziehung lechzen, damit wir ihnen helfen, sich möglichst unbeschadet in dieser Gesellschaft zurecht zu finden, da versagen meine alten Mechanismen, öfter als mir lieb ist.
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Jeder Deutsche erinnert sich an den 14.Juni 2006. Um 22.50 Uhr war ich Teil eines der dichtesten Momente deutscher Geschichte.
Ich stand in einer großen Menschenmenge und, wie alle anderen auch, hüpfte ich wie ein irrer Flummi durch die Gegend und schrie mir die Erleichterung von der Seele. Endlich war das Tor gefallen, das uns ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft bringen würde.
Dass es sich "nur" um Fussball handelt, ist im Grunde unerheblich. Wichtig war dieses gemeinsame Freuen. Wenn ich an die Energie denken, die da in der Luft lag, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut. Für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl gehabt, mit den anderen Menschen in diesem Land vereint zu sein.
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Tiffany: „That’s not real magic! You are just helping people who are too lazy to help themselves!“ Miss Level: “Most of the time, witchcraft is very similar to plain work.”
Stöbert man im Internet zum Thema Hexen, dann findet man fast nur Zeugs, für das ich mich fremdschämen muss. Es ist überwiegend von Magie und Mystik, Ritualen und käuflichem Zubehör, Geistern, Energien und Geheimnissen die Rede.
Es geht doch eigentlich um eine Religion, das heisst die Beschäftigung mit Dingen, die nicht leicht oder auch gar nicht greifbar sind. Menschen möchten ihr Seelenheil dieser Religion anvertrauen und erwarten von denen, die viel Erfahrung in dem Bereich haben, auch seriös bedient zu werden. Einem Priester möchte man vertrauen können, nicht nur müssen.
In Zeiten der Not (also immer dann, wenn das Bedürfnis nach religiösen Feelings am größten ist) muss der Priester genau die Hilfe bieten, die erwartet wird. Ein Anlaufpunkt, ein sicherer Fels in der Brandung für alle, die ihn brauchen. (Nicht nur für die, die zahlen, nicht nur für die Mitglieder des eigenen Covens!)
Aber mal ganz ehrlich? Wir benehmen uns realitätsfremder als die Besucher einer StarTrek-Convention.
Und das ist nicht nur meine Meinung:
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Jetzt hatte ich doch endlich mal ein spannendes Buch in Händen.
Es ist erst 10 Jahre alt und doch schon eigentlich ein Geschichtsbuch. Von dem Moment an, als ich mich auf das Sofa setzte und in einem Ruck hundert Seiten las ging laufend ein Raunen durch die Gänge meines Gehirns und mir entfuhr schon mal ein Ausdruck der Verzückung.
Plötzlich ergab so manches, was mir vorher unklar schien, einen Sinn. Lose Enden verknüpften sich, offene Fragen lösten sich in Luft auf... Ich war schlicht baff, wie geschickt der Autor es verstand, den Leser durch das Plot zu führen, ohne sich in verschnörkelter Sprache von dessen Aufmerksamkeit zu trennen.
Die Welt, wie ich sie heute wahrnehme, ist nicht mehr die Welt von gestern.
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