Was ist das größte Problem der Welt? Richtig. Das irrationale Verhalten menschlicher Männchen gegenüber oder aufgrund Menschenweibchen.
[wollt ich auch grad sagen] [Hör bloß auf, bei euch ist das auch nicht anders.] [gar nicht] [Wer kam denn letztens an und jammerte rum, dass die kleine Süße von unter dem Hollerbusch immer hinter dem … Wie hieß der noch mal?] [schweig still]
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TOD: „Warum weinst Du?“
Ich: „Es gibt Dinge, die dürften einfach nicht sein. Eltern sollten ihre Kinder überleben.“
TOD: „Und dennoch …“
Ich: „Sag nichts. Hast Du ein Taschentuch?“
TOD: „Aus naheliegenden Gründen nicht. Was liest Du da überhaupt?“
Ich: „Bestatterweblog. Der hat manchmal Geschichten dabei, die mich wieder auf den Boden runterziehen.“
TOD: „Wofür?“
Ich: „Ich glaube, Menschen blenden ihre eigene Vergänglichkeit meistens aus. Gerade wenn man jung ist, dann scheint der Tod nur ein Problem anderer Leute zu sein. Und wenn Du dann im eigenen Erlebnishorizont auftauchst, dann trifft uns das unvorbereitet.“
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Vom Kindergarten bis zu unserer Heimstatt ist es nur ein kleiner Fußmarsch. Mit träumenden Kindern dauert er eine halbe Stunde, ohne nur zehn Minuten. Mittlerweile sind die Kleinen auch endlich so weit, dass man sie nicht immer erst mühsam überzeugen, bestechen und oder abmahnen und dann ohnehin tragen muss, sondern sie laufen ganz brav. Mit längeren Beinen geht das ja auch immer leichter, das sehe ich ein.
Während des langen Marsches winken wir den anderen Kindern, die von ihren Eltern natürlich jedes Mal chauffiert werden und bedauern diese, weil sie offensichtlich zu schwach oder im Stress sind, um dieselbe Strecke wie wir zu Fuß zurück zu legen. (Leider muss ich langsam aufhören, mir zynische Bemerkungen über das Verhalten anderer Eltern zu erlauben, denn meine Kinder erzählen ihren Freunden gerne so etwas wie zB: „Wieso wollen Deine Eltern eigentlich sterben?“, wenn ich meinem Nachwuchs die Wirkung von Zigaretten erklärt habe.)
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Das Telefon klingelt und zwingt mich, mit dem Surfen aufzuhören und wieder in den Arbeitsmodus zu wechseln.
„Ja, bitte?“ „Herr Toteles, ich habe irgendetwas gemacht, ich weiß nicht was.“ „…“ „Hallo?“ „…“ „Sind Sie noch dran?“ „Ähhöhhhmmm.“ „Geht es Ihnen gut?“
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Es ist ein Klischee, dass der Tod immer eine Sense in der Hand hat. Gerade eben hält er zum Beispiel eine Leiter fest. Zu meiner stetig wachsenden Besorgnis scheint er nicht allzu konzentriert bei der Sache zu sein:
TOD: „Bist Du stolz auf Dein Land?“
Ich: „Wie kommst Du denn gerade jetzt darauf?“
TOD: „Ich habe mir vor Deinem Besuch mal alle eure Kabarettisten angesehen und die…“
Ich: „Wie, alle?!“
Er sieht mich an mit dem mühsam erlernten, abschätzigen Blick, den ich ihm beigebracht hatte.
TOD: „Zeit ist für mich nicht wichtig.“
Ich: „Ich vergaß. Beneidenswert.“
TOD: „Die sind alle derselben Meinung. Nämlich, dass eure Politiker ein Haufen unfähiger Intriganten und Raffzähne sind. Kein einziger eurer Herrscher kommt gut weg.“
Ich: „Nun, das ist ja klar. Im Kabarett wird nur über die Missstände gesprochen. Das Gegenstück dazu ist ein Parteitag. Da wird nur über angeblich Gutes gesprochen.“
TOD: „Und ich verstehe nicht, wieso die Menschen lachen an manchen Stellen. Was soll daran lustig sein, dass 70000 Frauen jedes Jahr sterben, weil der Vatikan die Abtreibung verbietet und der würde ja auch nicht bombardiert?“
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Man nehme den gemeinen Touristen: Zu bunt, zu dick, schlecht für den Notfall gerüstet, Rudelbildung, Reiseführer ersetzt Landeskunde, Fotoapparat und Video zwecks Öffentlichkeitsarbeit im privaten Kreis nach Rückkehr in seine heile(re) Welt. Das Bild sitzt? Bitte für später merken.
Freunde von uns waren in Vietnam auf einem sehr ausgedehnten und teuren Sitehopping à la: „30 Sehenswürdigkeiten in 14 Tagen“. Vorab muss ich sagen, dass die beiden sehr beeindruckende Fotos gemacht haben, vor allem Portraits, die deshalb so toll sind, weil sie die Menschen in ihrer natürlichen Umgebung zeigen, bei der Arbeit, beim Lungern, Essen oder Betteln. Es ist wohl auch einem sehr guten Objektiv zu verdanken, denn man sieht den Models an, dass sie nicht merken, fotografiert zu werden. Es sind diese ehrlichen und natürlichen Gesichter, die die Hand eines Schönheitschirurgen schon beim bloßen Anblick zittern lassen. Vom Leben gezeichnet, Lach- und Sorgenfalten wo sie hingehören, zufrieden mit ihrer kleinen Welt und dem Betrachter das Gefühl gebend, dass sie trotz oder gerade wegen ihrer einfachen Lebensweise erheblich zufriedener sind, als man selbst.
Der beobachtende Tourist sitzt dann abends an der klimatisierten Bar, während die Bewohner der Stadt bei flackerndem Licht ein bescheidenes Essen auf dem Boden zubereiten. Zwei Welten, die verschiedener nicht sein könnten. Sie existieren vollkommen getrennt voneinander und berühren sich nur selten, wie durch eine Schaufensterscheibe hindurch.
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Betreff: Beschwerde
Sehr geehrte wilde Jagd,
das war ja wohl nix. Wie jedes Jahr haben wir auf euch gewartet und dieses Mal sogar richtig aufregende Geschichten den Kindern erzählt, mit denen so ein oller Product-Placer wie der Weihnachtsmann niemals hätte mithalten können. Wir haben uns Vorräte besorgt, Fenster verrammelt, Kleider hereingeholt, Kerzen angezündet und dann saßen wir vor der Terassentür und mussten mit ansehen, wie knuffige weiche Schneeflocken zu Boden sanken…
Und dieses vorgeschobene Unwetter "Daisy" war ja wohl kaum als solches zu bezeichnen und sowieso zu spät. Wie denkt ihr eigentlich, bekomme ich meinen Kindern eine glaubhaftes Bild einer von Geistern und Göttern bevölkerten Natur vermittelt, wenn ihr mich dermaßen hängen lasst?
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