Kinder lieben es, sich zu gruseln. Wenn es hell ist. Und jemand dabei sitzt. Und Händchen hält. Und keine unerwarteten Geräusche kommen. Gerade mein Sohn, der tagsüber sich gruselige Horrornamen für seine Bande ausdenkt und scharenweise Legionäre, Drachenritter und Wikinger über das Schlachtfeld direkt in die Playmobil-Hel rutschen lässt, würde nachts nur in Begleitung seiner kleinen Schwester und mit Taschenlampe auf die Toilette gehen. Woher kommt diese Lust am Gruseligen? Ist es das gute Gefühl, sich nach einem Schrecken in Sicherheit zu wiegen? Ist es Langeweile? Fehlt uns das Abenteuer? Ist es denn wirklich genetisch in uns drin, dass wir etwas suchen, das dem „Hurra, wir sind noch nicht tot“-Geklatsche nach einer Flugzeuglandung gleicht?
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Niemals hätte ich gedacht, dass es einmal einen christlichen Bischof geben würde, an dessen Seite ich streiten würde.
Und doch … es ist ein Skandal, dass die für ihre Verhältnisse weltoffene und moderne Frau Käßmann so abgesägt wurde. Kaum haben die Christen mal einen Schritt in die richtige Richtung gewagt, schon finden sie einen Vorwand, ihn rückgängig zu machen.
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Ich verstehe die Aufregung um einen Holocaustleugner aus den Reihen der Christen nicht ganz. Was soll das eigentlich sein? Da tritt jemand auf und sagt, es gab keinen Holocaust. Das erinnert mich an den legendären Parrot-Sketch von Monty Python. Da leugnet der Verkäufer, dass der Vogel tot ist. Aber wir lachen, weil das einfach so silly ist, zu sagen, dass etwas Offensichtliches und Unübersehbares einfach hartnäckig verneint wird.
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Wir waren jetzt über die Karnevalstage unter anderem beim Feuerradrollen. Das ist ein herrlich archaischer Event. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar aus einer Zeit, wo es das Wort Event noch gar nicht gab. Obwohl die Gegenden, in denen das alte Brauchtum noch lebendig ist, sehr christlich geprägt sind, halten diese Menschen doch, ohne dass sie es wissen, die heidnische Fahne hoch. Vielleicht gibt es einen Menschenschlag, der Mystik mehr braucht und verfolgt, als andere. Die haben eben genommen, was sie kriegen konnten. Und sei es, einen gruselig zu Tode gefolterten Lattenjupp ins Winkerl über den Esstisch zu hängen, zur Abschreckung der Kinder, oder als leuchtendes Beispiel, ich weiss es auch nicht.
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Ich: „Wie viele Menschen sind eigentlich gestorben für die Weltrevolution?“
TOD: „3524.“
Ich: „Ich hätte mehr geschätzt.“
TOD: „Die meisten sind aus anderen Motiven mitgewandert.“
Ich: „Versteh ich nicht. Wie konnte es an der nötigen Wut fehlen?“
TOD: „Mau.“
Ich: „Wir spielen doch gar nicht.“
TOD: „Dennoch.“ Wir hatten uns auf einer Lichtung getroffen. Ich war dort hingeflüchtet, weil ich eine Riesenwut im Bauch hatte. Ein Freund von mir war vor ein paar Tagen entlassen worden. Er hatte bisher für eine sehr gut funktionierende Firma gearbeitet und ist leider deswegen gekündigt worden, weil alle anderen zur Verfügung stehenden Mitarbeiter zu lange dabei waren und zu viel Abfindung gekostet hätten, bzw. wegen Behinderung unkündbar seien.
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Ich muss mich da einfach mal einmischen. Wieso machen es sich die peinlich um Säkularisierung bemühten "Welt"-Religionen so schwer mit dem Ganzkörperschleier der Frau? Da argumentieren sie wie ein Känguruh mit Schluckauf beim Eiertanz, von wegen Schutz der Frau und unserer Werte bzw. Achtung irgendwelcher veralteter Überlieferungen. Das ist doch ein unglaublicher Blödsinn.
Und wieder haben wir Heiden die Lösung schon ohne viel Aufwand am Start. Ohne bemühte Konstrukte und peinliches Rumgedruckse.
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Was ist das größte Problem der Welt? Richtig. Das irrationale Verhalten menschlicher Männchen gegenüber oder aufgrund Menschenweibchen.
[wollt ich auch grad sagen] [Hör bloß auf, bei euch ist das auch nicht anders.] [gar nicht] [Wer kam denn letztens an und jammerte rum, dass die kleine Süße von unter dem Hollerbusch immer hinter dem … Wie hieß der noch mal?] [schweig still]
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TOD: „Warum weinst Du?“
Ich: „Es gibt Dinge, die dürften einfach nicht sein. Eltern sollten ihre Kinder überleben.“
TOD: „Und dennoch …“
Ich: „Sag nichts. Hast Du ein Taschentuch?“
TOD: „Aus naheliegenden Gründen nicht. Was liest Du da überhaupt?“
Ich: „Bestatterweblog. Der hat manchmal Geschichten dabei, die mich wieder auf den Boden runterziehen.“
TOD: „Wofür?“
Ich: „Ich glaube, Menschen blenden ihre eigene Vergänglichkeit meistens aus. Gerade wenn man jung ist, dann scheint der Tod nur ein Problem anderer Leute zu sein. Und wenn Du dann im eigenen Erlebnishorizont auftauchst, dann trifft uns das unvorbereitet.“
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