Juli 2009

Mittwoch 29 Juli 2009

Kriegsschuld
Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 09:09 Uhr
Jul
29
2009

„Wieso brauchen die keine Waffen, Papa?“
„Weil die mit Worten kämpfen.“
„Wie geht das?“
„Man kann Kriege auch ohne Gewalt gewinnen.“
„Ohne, dass sich jemand weh tut?“
„Na klar. Man muss nur schlau sein.“
„Ich bin schlau.“
„So schlau, wie Han Wei?“
„Wer ist das?“
„Das war der erfolgreichste und beliebteste Feldherr aller Zeiten. Soll ich Dir die Geschichte erzählen?“
„Ja!“

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Dienstag 28 Juli 2009

Angstmeister
Dienstag, den 28. Juli 2009 um 10:13 Uhr
Jul
28
2009

xxx mein system ist heute nicht ganz fit deswegen lasse ich mal jemand anderen für mich arbeiten xxx

Zum Thema Angstmeister Deutschland habe ich etwas gefunden, dem ich nichts hinzufügen kann. Ausser, dass ich das immer schon gesagt habe. Und dass Hexen keine Angst haben dürfen.

xxx out of coffee error xxx

 

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Montag 27 Juli 2009

Glaubenskrise
Montag, den 27. Juli 2009 um 11:51 Uhr
Jul
27
2009

Ich habe des Öfteren über meine Beweggründe geschrieben, dieses Weblog zu führen. Sie sind hauptsächlich darin begründet, dass wir ein repräsentatives Beispiel sind, wie sich eine normale Familie in Deutschland auf heidnischen Wegen zurecht findet.

Es gibt bestimmt ein paar Hexen, die ihre geheimen Rituale schon seit Urzeiten pflegen und genau wissen, was sie tun, aber wir gehören zu der großen Masse, die sich bewusst und originär dafür entschieden hat, sich Hexen zu nennen und mal zu sehen, wohin das führt. Für jede Talkshow wären wir zu langweilig, weil ansonsten alles äußerst normal bei uns läuft. Und das macht uns zur werberelevanten Zielgruppe zwischen 3 und 43, in der sich vielleicht die meisten Leser wiederfinden könnten, zumindest in Teilbereichen.

Aus gegebenem Anlass steht auch die Kindererziehung heidnischer Prägung bei uns zu Hause und eben auch hier immer im Zentrum. Kein anderer Punkt ist so heikel, denn Erwachsene können ihre Überzeugungen und Rituale anpassen, je nach Gusto, aber bei Kindern muss man konsequent und verlässlich sein. Sie wollen Vertrauen aufbauen, da kann man nicht schwanken.

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Montag 20 Juli 2009

Ich fordere mehr Ehrlichkeit
Montag, den 20. Juli 2009 um 02:00 Uhr
Jul
20
2009

In Zeiten wie diesen, wo sich die Wut der Menschen auf die Betrüger und Abzocker in Bewunderung verwandelt und allenfalls Neid hervorruft, ist es schwer, moralischen Anstand zu finden.

Es ist ja nicht so, als hätte es diese Situation in der Geschichte nicht öfters schon mal gegeben. Wir durchleben gerade die zyklisch wiederkehrende Phase der Dekadenz im Abstieg. Die Umverteilung von unten nach oben hat ihren Höhepunkt erreicht, die Amigos sitzen fest in allen Instanzen und jeder Bürger denkt, dass man besser nichts machen sollte, weil man eh nicht versteht, worum es geht und besser das eigene Ersparte nicht gefährden will. Ein schlauer und rücksichtsloser Mensch kann sich keine glücklicheren Zeiten wünschen.

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Freitag 17 Juli 2009

Appell an die Frau
Freitag, den 17. Juli 2009 um 02:00 Uhr
Jul
17
2009

Früher habe ich mich schnell über Kleinigkeiten aufgeregt. Da nahm ich jede noch so geringfügige Demütigung und Enttäuschung mit ins Bett und konnte nicht schlafen vor Aufregung.

Seit einigen Jahren bin ich endlich in einem Alter, in dem mir das meiste egal sein kann. Ich habe gelernt, dass Menschen nun mal so sind wie sie sind, bin vorsichtiger und schlagfertiger geworden.

Ich bin froh, nicht mehr jung und trotzdem noch körperlich fit zu sein.

Aber das ist wahrscheinlich ein reines Männerding, weil Frauen meiner Erfahrung nach, nicht so relaxed altern. Es ist ihnen auch kein Trost, dass unsere Religion das Modell „girl-wife-crone“ bereithält, bei dem sich ein weiblicher Mensch zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens heimelig wiederfinden kann. Das ist etwas realitätsfern.

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Dienstag 14 Juli 2009

Anstand und Heil
Dienstag, den 14. Juli 2009 um 09:49 Uhr
Jul
14
2009

Wir saßen bei einem Treffen von befreundeten Asatruar in einer Scheune versammelt und warteten auf das Catering. Die Kinder hatten schon Hunger und ruckelten unruhig auf den Stühlen hin- und her. Wir plauderten fröhlich über den wachsenden Hunger hinweg mit ein paar Freunden. Da setzte sich einer dieser Wiking-Reclaimer grußlos an unseren Tisch und zündete sich eine Zigarette an.

Nun stehe ich, wie man schon öfters lesen konnte auf dem Standpunkt, dass jeder tun kann, was er will, solange er niemandem schadet. Natürlich dürfen die Leute rauchen wann und wo sie wollen, aber sie sollten sich im Klaren sein, dass es Menschen gibt, die es nicht gern haben, wenn man sie und ihre Kinder vergiftet. Deshalb blickte ich etwas irritiert am Tisch herum und sah mich dann veranlasst zu sagen:

„Hallo?!“

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Montag 13 Juli 2009

Begegnungsstätten
Montag, den 13. Juli 2009 um 11:23 Uhr
Jul
13
2009

Ich würde es gerne sehen, wenn es Plätze für uns gäbe, an denen wir uns treffen können, um spirituelle Feste zu feiern. Hier scheiden sich leider drei Geister:

-    Die Geheimniskrämer, die sagen: Unser Altar ist der Wald! Wir brauchen keine festen Plätze, sondern nur einen schönen Ort. Eingeweihte kennen ihn und können andere dort hinführen.
-    Die Sektierer, die fordern: Es sollte zur besseren Orientierung und als Zeichen für die Öffentlichkeit, fixe Plätze und Bauwerke geben, die der erbauenden Gruppe als Tempel dient. Eingeweihte sind verantwortlich für die Pflege, erlauben den Zutritt und verweigern ihn.
-    Die Baumeister, die aufführen: Wir sollten klein anfangen und der heidnischen Öffentlichkeit und Interessierten ein Begegnungszentrum errichten, zentral in Deutschland gelegen. Mit minimalen Mitteln und ein wenig Zusammenarbeit erbaubar. Es bräuchte nur ein bis zwei Pfleger/Gärtner. Jeder könnte kommen und gehen, solange er die Regeln des Anstands wahrt.

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Mittwoch 08 Juli 2009

Was bleibt ...
Mittwoch, den 08. Juli 2009 um 14:12 Uhr
Jul
08
2009

Ich: „Du hast was?!“

TOD: „murmel gestanden.“

Ich: „Ich verstehe kein Wort.“

TOD: „Ich habe in der Schlange gestanden! Ich will nicht darüber reden.“

Ich: „Mit Verlaub, ich aber schon! Du kannst doch nicht einfach für Stunden verschwinden!“

TOD: „Das war eine einmalige Gelegenheit! Warum gönnt mir niemand mal eine kleine Pause?“

Ich: „Und seit wann hast Du einen Ebay-Account?“

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Dienstag 07 Juli 2009

Zeugenverweigerungsrecht
Dienstag, den 07. Juli 2009 um 08:45 Uhr
Jul
07
2009

Als ich begonnen hatte, hier zu schreiben, dachte ich, dass es nicht lange dauern würde und mir gingen die Geschichten aus. Im privaten Kreis muss ich schon ständig die Freunde wechseln, um auch ja nicht in Gefahr zu geraten, meine Anekdoten zweimal zu erzählen, weil das wäre peinlich. Wenn ich aber auf meinen Notizblock sehe, wo ich immer kurz hinkritzel, was ich noch einbringen möchte, dann bemerke ich mit Erstaunen, dass der immer länger wird.

Besonders fasziniert mich, wie viele unglaublich kirre Menschen ich getroffen habe und wie viele, im Nachhinein betrachtet, lustige Situationen daraus entstanden sind. Gerne für so etwas herhalten tun bekanntermaßen die Zeugen Jehovas. Mich haben die aber noch nie besucht! Und dabei überlege ich mir ständig irgendwelche lustigen Sprüche, wenn die mich erst mal nach Gott fragen. Ist ein wenig abgedroschen, ich weiß. Legionen von Comedians hatten das schon mal im Programm, dennoch …

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Montag 06 Juli 2009

Hände, die sich binden
Montag, den 06. Juli 2009 um 11:01 Uhr
Jul
06
2009

Wir waren weg, unsere Hochzeitsfeier zu begehen. Dafür wurden mit Mords-Aufwand ein toller Gode, eine noch tollere Band und Künstler, Fotografen, Buffet, Blumenportale etc. aufgefahren, wir haben es an nichts mangeln lassen. Von langer Hand geplant, feinsäuberlich durchgeführt und dann plötzlich vorbei. Meine Frau weinte noch eine letzte Träne ihrer vergangenen Freiheit hinterher, weil sie nie wieder Braut sein könne, ich packte alles ins Auto und weg waren wir, wieder im Alltag.

Die Hochzeit war streng heidnisch arrangiert, inklusive dem berühmten Binden der Hände und dem Rumreichen des Methorns. Stolz könnten wir sagen, das wir es wohl geschafft haben, ein „Handfasting“ gemacht zu haben, dass für zukünftige Recherche bei Wikipedia als Vorbild hinterlegt werden könnte. Selbst meine Mutter musste ein paar Tage später telefonisch eingestehen, dass sie zuerst Zweifel hatte, es aber perfekt gewesen war.

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© 2012 Raphael Salazar Toteles
RST