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Juni 2010
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Mittwoch, den 30. Juni 2010 um 09:19 Uhr
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| Jetzt hatte ich doch endlich mal ein spannendes Buch in Händen.
Es ist erst 10 Jahre alt und doch schon eigentlich ein Geschichtsbuch. Von dem Moment an, als ich mich auf das Sofa setzte und in einem Ruck hundert Seiten las ging laufend ein Raunen durch die Gänge meines Gehirns und mir entfuhr schon mal ein Ausdruck der Verzückung.
Plötzlich ergab so manches, was mir vorher unklar schien, einen Sinn. Lose Enden verknüpften sich, offene Fragen lösten sich in Luft auf... Ich war schlicht baff, wie geschickt der Autor es verstand, den Leser durch das Plot zu führen, ohne sich in verschnörkelter Sprache von dessen Aufmerksamkeit zu trennen.
Die Welt, wie ich sie heute wahrnehme, ist nicht mehr die Welt von gestern.
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Sonntag, den 27. Juni 2010 um 21:29 Uhr
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| Unlängst schleiche ich mich in das Schlafzimmer meiner Kinder um die Schätze zuzudecken und noch einmal zu beachten. Da bemerke ich, wie hübsch die beiden sind. Read more...
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Freitag, den 25. Juni 2010 um 09:33 Uhr
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| Um wie viele Menschen kann man sich gleichzeitig kümmern? Wie viele Freunde gleichzeitig jonglieren, so dass sich keiner vernachlässigt vorkommt oder herunterfällt?
Ich glaube: mehr als zehn Stück ist da nur mit viel beiderseitiger Geduld und Oberflächlichkeit verwaltbar. So viele, wie man Finger hat. Es heisst ja auch: "...der schüttelt das Bäumchen, der pflückt die Pfläumchen, etc...". Ich habe noch nicht erlebt, dass man bei so einer Art Spruch an der Hand von jemand anderem weiterzählt. Möglicherweise hat das einen Grund.
Was neuerdings erschreckend hinzu kommt: Wir müssen unsere Aufmerksamkeit seit ein paar Jahren noch weiter aufteilen, weil wir uns auch noch um verkümmernde elektrische Geräte sorgen müssen. In meinem Umfeld piept, summt und blinkt es jeden Tag, weil irgendein Gerät Zuneigung in Form von Strom benötigt, oder zumindest eine Pin oder einen Mausklick.
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Samstag, den 19. Juni 2010 um 08:09 Uhr
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| Vater und Sohn beim Web-Surfen. Andere Kinder zocken sich draussen gegenseitig beim Paninibilder-Tauschen ab, meiner kann halt schon Doppelklick seit er vier ist. Und da wenige seiner Spielkameraden seine Leidenschaft für American Football teilen, verbringt er eben viel Zeit mit mir.
Als Hintergrundbild habe ich seit neuestem ein Bild von Stonehenge im Sonnenuntergang. (Gaaanz, gaanz weit hinten sieht man andeutungsweise diesen fiesen Zaun, der das Monument schlimmer entweiht, als eine Blutorgie im Petersdom, wenn man mich fragt, aber das tut ja keiner. Ein umzäunter, also von der Umwelt begrenzter heidnischer Tempel ist wie ein Fisch, dem man die Flossen abschneidet ... ich mäandere schon wieder, sorry.)
Sohn: "Das ist ja ein schönes Bild, Papa." Ich: "Wieso? Das sind doch nur ein paar Steine, die da rumliegen."
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© 2012 Raphael Salazar Toteles
RST
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