Feb
15
2012
Tea-Party der Oberhexen

Meine erste Reaktion war: „Wow, die sind ja sauer! War ich das?“ Den Vorgang musste ich erst einmal eine Woche ruhen lassen, um mir zu überlegen, wie ich darauf reagieren soll…

Man stelle sich vor: Eine Online-Zeitung für Heiden greift einen Artikel von mir auf, in dem es darum geht, dass viele Hexen in Deutschland sich damit abfinden, nichts zu tun, außer ihren eigenen Wohlfühl-Bereich und ihr Image zu pflegen, wohingegen überall sonst in der Welt (vor allem in den USA) die heidnische Bewegung als eben solche hervortritt. Dort wird sich gemeinsam gekümmert durch die Organisation von groß angelegten Cons, Strassenfesten, Seelsorge- und politischer Arbeit, um aus der belächelten Randzone zu entkommen und unsere Religion nicht nur für Geheimniskrämer und extreme Individualisten zugängig zu machen. Und ich finde eben, dass es an der Zeit ist, dass wir so etwas auch tun.

Aaaber da habe ich nicht mit den Oberhexen gerechnet, die sich über mich beraten haben und zum Schluß kamen, dass nicht wir alle das Problem sind, sondern so Störenfriede wie ich, die alles kaputt machen wollen. Sie behaupten, dass ich ihren schönen Frieden und dem Einklang mit mir selbst schaden wolle, gar die gesamte Religion nicht verstanden hätte und es mir ohnehin nur darum gehe, mein Ego zu pflegen. Sie zerreissen theatralisch ihre Hemd und behaupten, eher Christ werden zu wollen, als in einer heidnischen Solidargemeinschaft leben zu müssen.

Die Art, wie dort und in anderen einschlägigen Heidenforen argumentiert wird, erinnert schon sehr an die evangelikale Tendenz der Tea-Party-Republikaner. Und eines sage ich euch: So sehr wie Obama mithilfe der allgemeinen Krankenversicherung den Sozialismus einführen möchte, genau so sehr geht es mir darum, mich persönlich durch mein Schreiben in Szene zu setzen.

Es scheint in der etablierten Heidenszene einen trägen Kern zu geben, der es nicht richtig findet, etwas zu ändern, es sei alles gut, wie es ist. Und anstatt darüber nachzudenken, ob ich nicht recht haben könne und ob ich nicht ein gutes Beispiel abgäbe wurde mir allen Ernstes vorgeworfen, ich wolle nur mit meinen guten Taten prahlen. Das ist dermaßen sowas … aber so was von!

Ich bin nun mal ein netter Mensch und tue gute Dinge. Pff. Verklagt mich doch. Oder besser: Bringt Beispiele aus eurem Leben und zeigt, dass ihr euch selbstlos um andere Heiden kümmert! Könnt ihr nicht? Oh, schade…

[du hast schaum vor dem mund]
[Wuff. Knurr.]
[tiiief luft holen …]
[Geht schon wieder, danke.]

Aber anstatt nur zurückzuschimpfen, möchte ich noch einmal kurz skizzieren, worum es mir (und wie ich in zahllosen persönlichen Gesprächen feststellen konnte: den meisten anderen auch) geht:

Der klassische Weg zum Heidentum ist der, dass die Nachwuchshexe erst einmal weiß, was sie nicht mehr will und das ist ihre alte Religion und zwar aus Gründen, wie wir sie alle kennen und ich auch schon hier oft aufgeführt habe: Die Idee einer Glaubensgemeinschaft an sich ist zwar in Ordnung, aber einen fernöstlichen Gott anzubeten, der seinen Sohn geschickt und wiederbeleben hat lassen, damit dieser unsere Sünden vergibt, fühlt sich falsch an, man möchte näher an unserer Natur und näher am Erbe unserer Vorfahren etwas machen. Und wenn dann etwas gefunden wird, durch Zufall und meistens im Internet, dann hat man keine Ahnung, was einen erwarten könnte. Der Nachwuchs kommt direkt zum Ritual oder zum Stammtisch und trifft dort Menschen, die es toll finden, Oberpriester zu sein oder besonders coole Zigarettenhalter zu benutzen und schwärmen dort von „… der Energie und so … nee?“

Und da hake ich ein: Leute! Das kann nicht euer Ernst sein! Wollt ihr wirklich, dass wir so wahrgenommen werden? Es ist einem seriösen Journalisten in Deutschland selbst beim besten Willen nicht möglich, gut über uns zu berichten, weil dann so etwas passiert wie: „Oberhexen“, die sich in ihrem „Hexenzirkel“ öffentlich beraten, welche Meinung sie zu haben haben.

Wir brauchen Standards und Personal, das wir öffentlich auftreten lassen können, ohne spontan einsetzendes Fremdschämen. Dann würde auch die Öffentlichkeit uns nicht mehr als Rollenspieler wahrnehmen, sondern als ernstzunehmende Religion, die sich wirklich Gedanken macht um ihre Mitglieder und deren Zukunft. Diese grauen Männer, die auf ihrem Elfenbeinthron sitzen und jedes Andersdenken als zu belächelnden Irrweg abtun (und sich ständig nach allen Seiten absichern müssen, ob nicht doch einer auch sieht, dass der Kaiser nackt ist) sind das Krebsleiden unserer Gesellschaft, leider auch im Heidentum.

Und noch etwas fast Versöhnliches zum Schluss: Ihr seid zwar Teil des Problems, aber könnt noch heute Teil der Lösung werden!
Alles was es dazu braucht ist, den Besenstiel  aus dem ... naja halt raus zu ziehen, sich darauf zu setzen und auf unsere Seite zu wechseln. Ihr seid Hexen, ihr könnt das!

 

 

Kommentare (21)

Fremdschämen...
... der passende Ausdruck für das, was mir jedesmal widerfährt, wenn irgendwo ein "Hohepriester" oder eine "Meisterhexe" in der Öffentlichkeit auftritt. Da MUSS man ja den Eindruck haben, wir seien alles Spinner. (Merke: Ich würde nie behaupten, normal zu sein. Oder wenigstens präsentativ. Aber man muss sich nur selten für mich schämen.)

Bislang war es in fast allen Gemeinschaften, denen ich begegnet bin, so, dass sich innerhalb kürzester Zeit irgendein größenwahnsinniger Spinner (das ist meine höchst persönliche Einschätzung) zum Wortführer aufgeschwungen hat. Was schnell dazu führt, dass die wenigen, die klaren Geistes sind, ausbleiben. Ja, ich auch - anstatt zu versuchen, mich gegen jemanden durchzusetzen, der Rebirthung und Sexmagie zu verpflichtenden Erfahrungen erklären möchte, gehe ich lieber nach Hause. Feige? Bequem? Vielleicht. Aber solange ich beim besten Willen nicht erkennen kann, weswegen die übrigen Gruppenmitglieder sich noch gleich von besagten Spinnern angezogen fühlen, gehe ich lieber davon aus, dass mit mir etwas nicht stimmt, und lasse den anderen ihr Vergnügen.

Glücklicherweise gibt es auch andere Gemeinschaften, die wenigstens im Kleinen gut funktionieren...
Diandra , Februar 15, 2012 | url
Institutionen
Genau! Und aus ebendieser Sicht wäre es sinnvoll, sich zu überlegen, ob man nicht dauerhaft seriöse Arbeit an irgendeiner Stelle leisten könnte. Wo man zeigen kann: "Guckt, wir sind ok, tun nichts Böses und gehen auch nicht wieder weg."

Ein Anfang wäre ein Versammlungsort mit Ritualplätzen, Unterkünften, einer Aula, Buchsammlung und Informationsstelle. Das müsste gefördert werden mit Geld und viel privater Arbeit. Sobald ich nicht mehr Berufseinsteiger mit Babies zu Hause bin, denke ich mir da etwas aus.
Das Angebot, wo man einfach nur mal kurz mitmachen könnte (wie der gemeine Christ sich jeden Sonntag überlegen kann, ob er und in welche Kirche er geht) ist aber sehr dürftig, finde ich. Und deswegen gehen so viele gute und willige Heiden gar nicht aus dem Haus. Das ist doch kein Zustand ...
Raphael , Februar 15, 2012
...
Standards, Geld und Personal, das öffentlich in unserem Namen spricht. Ui toll. Und wenn dann alles schön standardisiert, katalogisiert, reglementiert und Geld im Spiel ist, wird ein Sprecher (den viele Hexen vermutlich nicht einmal persönlich kenne), öffentlich verkünden, was wir sind und was wir glauben? Was denkst Du, wielange es dann dauert, bis sich jemand aus den Reihen der Organisierten, Standardisierten verkündet, was wir zu glauben haben?
Lailokeny , Februar 21, 2012
Chaka
Genau darüber müssten wir reden. Ich stehe dazu bereit.

Wieso denkst Du, dass wir nicht hinbekommen, was andere schaffen?
Steht es nicht geschrieben: "A witch can do anything she puts her mind to."?
Raphael , Februar 21, 2012
...
Ja, und genau da liegt der Hund begraben: "A witch can do ..." Eine Hexe! Nicht "The witches can do ..." Die Hexen...
Ich verstehe ja Deinen Ärger über die Art, wie manche Hexen sich darstellen, oder wie wir von außen dargestellt werden. Glaub mir, mir kräuseln sich manchmal auch die Zehennägel. Aber auf der anderen Seite liegt die Stärke des Hexentums meines Erachtens in seiner Vielfalt, in der Kreativität des Individuum und in der Freiheit unseres Glaubens.
Überall dort, wo sich Gemeinschaften bilden, gibt es unterschiedliche Ansichten, unterschiedliche Gefühle, unterschiedliche Meinungen über die "richtige" Art, den Glauben auszuüben. Und ich bin auch nicht Deiner Ansicht, dass andere es geschafft hätten, da einen Konsenz zu schaffen, der dem Einzelnen die Freiheit lässt. In jeder Gemeinschaft, die sich bildet (und mag das zu Anfang auch mit noch so guten Absichten sein) gibt es immer auch eine/n, die/der es "besser" weiß, die/der sich irgendwann aufschwingt und sich berufen fühlt zu sagen, wo es langgeht. Und es gibt diejenigen, die folgen. Sei es aus Bequemlichkeit, sei es, weil die/derjenige so überzeugend reden kann, oder seien das andere Gründe. Zu einer Regel werden sich andere Regeln gesellen, dann Vorschriften und schließlich haben wir plötzlich nicht mehr "ich will" sondern "ich muss" und aus der Vielfalt wird ein Reglement, dem sich jeder zu unterwerfen hat, der Hexe sein möchte. Dieser Prozess muss nicht einmal in unserer Generation stattfinden, aber es wird pasieren, weil Menschen nun mal so geartet sind und Hexen nicht anders sind als andere Menschen auch.
Mag ja sein, dass man von außen nicht auf den ersten Blick erkennt, wer oder was wir sind. Wer das wirklich wissen möchte, muss sich wirklich mit dem Hexentum beschäftigen, sich damit auseinandersetzen. Es reicht auch nicht, mal eben schnell ein Buch darüber zu lesen. Ich finde, das ist nicht der schlechteste Weg, eine Religion zu entdecken.
Lailokeny , Februar 22, 2012
"ich will" contra "ich muss" wird zu: "ich sollte"
Eine Gemeinschaft besteht aus Individuen, die beschließen, auf ein Ziel hin zu arbeiten, weil sie merken, dass man damit mehr erreicht und zwar sowohl für das Individuum, als auch für die Gruppe!

Konkretes Hexen-Beispiel: Traumreisen. Das ist alleine gar nicht einmal so schlecht, aber ganz besonders zum Anfang ist es SEHR wichtig, dass man das unter Leitung und am besten in einer Gruppe macht, wo man seine Erfahrungen nachher austauschen kann. Ausserdem sollte es Standards geben, damit mit diesem sehr in die Psyche eingreifenden Ritual nicht Schindluder getrieben wird.

Das alleine würde als Argument sogar reichen, aber es geht mir in erster Linie um etwas, was aus irgendeinem Grunde von vielen immer unter den Tisch gekehrt wird vor lauter "ICH will", nämlich die SOLIDAR-Gemeinschaft:

Viele Hexen, wenn nicht gar die Mehrzahl, sind Anfänger und ohne Vermögen. Die brauchen jemanden mit dem sie reden können und finanzielle Unterstützung. Und dabei soll es nicht darauf ankommen, dass sie Glück haben müssen, wen sie treffen.

Richtlinien und Regeln, die für alle verbindlich sind, würde auch die unfassbar zahlreichen Betrüger davon abhalten, ihren Schnickschnack zu verkaufen und ihre online-Hexenkurse abzuhalten. Die sind wegen dem momentan existierenden Modell viel zu einflussreich! Und wir unterstützen diese Trittbrettfahrer auch noch durch Argumente wie: "Ich fühle mich ohne Regeln irgendwie besser, weeeste?"
Raphael , Februar 27, 2012
...
SOLIDAR-Gemeinschaft ... Hmm, solidarisch wem gegenüber? Wicca, Pagan, Druiden ... usw. usw.? Es gibt im Hexentum mehrere Richtungen, mehrere Strömungen und jede hat ihr eigenes Brauchtum wie auch ihre Daseinsberechtigung. Ich kann mich wohl einer/m Einzelnen gegenüber solidarisch erklären, die/der eine Ansicht vertritt, die ich teile. Aber ich möchte ganz sicher nicht einer Fahne hinterher rennen müssen, auf der "Hexe" steht und Regeln und Standards verkörpert, die irgendjemand für alle Hexen als von nun an verbindlich erklärt hat oder Ansichten vertritt, die ich womöglich nicht teile.
Was mich an Deiner Argumentation stört ist, dass Du augenscheinlich alle Hexen in einen Topf wirfst und die Absolutheit, mit der Du Deine Argumente vorträgst. Du sagst nicht: Für "manche" Hexen ist es wichtig, dass ..." Nein, Du sagst (allgemeingültig) "Es IST sehr wichtig, dass ..." Ja nun, für Dich mag das wichtig sein und es gibt sicher auch andere Hexen, die gerne in einer Gruppe arbeiten, und die über ihre Erfahrungen reden möchten. Aber es gibt eben so sicher auch Hexen, die das eben nicht wollen, auch und/oder schon gar nicht als Anfänger. Nehmen wir ruhig einmal Dein Beispiel "Traumreise". Für mich - zum Beispiel - ist gerade eine Traumreise eine zutiefst persönliche Erfahrung, die ich ganz sicher nicht in einer Gruppe be- und zerreden, und analysieren lassen will. Und das galt auch für meine allererste! Und da bin ich bestimmt nicht die Einzige.
"Richtlinien und Regeln, die für alle verbindlich sind, würde auch die unfassbar zahlreichen Betrüger davon abhalten, ihren Schnickschnack zu verkaufen und ihre online-Hexenkurse abzuhalten." Zum einen: Nicht alle Online-Kurse sind Scharlatanerie. Zum anderen: Das wäre in der Tat etwas ganz Neues, wenn Regeln und Richtlinien Betrügereien einen Riegel vorschieben könnten. Scharlatane und Betrüger gibt es in so gut wie jedem Bereich und selbst Gesetze, die eine Strafe nach sich ziehen, helfen nicht, solchen beizukommen. Es würde mich wirklich sehr wundern, wenn das in einem "reglementierten" Hexentum anders wäre. Und wie würdest Du denn sicherstellen wollen, dass Hexen sich tatsächlich auch an die Regeln halten, die von einem Einzelnen oder einer (vermutlich kleinen) Gruppe für alle "verbindlich" gemacht werden? Was, wenn z.B. eine Gruppe für sich beschließt, ihren Kreis auf eine andere Art zu ziehen, als das, was dann "verbindlich" wäre?
"Viele Hexen, wenn nicht gar die Mehrzahl, sind Anfänger und ohne Vermögen. Die brauchen jemanden mit dem sie reden können und finanzielle Unterstützung."
Warum stellst Du Dich dann nicht als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn Anfragen dieser Art kommen? Ich erinnere mich, dass ich irgendwo in einem Deiner Blog-Beiträge gelesen habe, Du hättest es satt, immer wieder dieselben Fragen von Anfängern zu beantworten, die Dir zugeschickt werden. Ja, es gibt viele Betrüger im Internet, aber es gibt auch zahlreiche seriöse Foren und Blogs, wo man Fragen stellen kann und seriöse Antworten bekommt. Dass Betreiber/innen dieser Blogs es satt hätten, immer wieder dieselben Fragen zu beantworten, das habe ich bislang nur in Deinem Blog gelesen.
Und wozu, in aller Welt, braucht eine Hexe, zumal ein Anfänger, Geld? Auch hier scheinst Du davon auszugehen, dass ALLE Anfänger ihren Glauben in einer Gruppe ausüben möchten, also Ritualplätze etc. bräuchten, oder sich einem äußeren Ziel verschreiben möchten, um, ja was?, zu erreichen. Und was ist mit den Hexen, die das nicht möchten? Die ihren Glauben, ihre Spiritualität für sich entdecken und leben möchten? Denen es nicht darum geht, irgendein äußeres Ziel zu erreichen, sondern ein inneres?
"Ich fühle mich ohne Regeln irgendwie besser, weeeste?" Sehr abwertend, wie Du das schreibst, oder? Menschen, die es sich leicht machen wollen, die gibt es überall. Mit oder ohne Reglement. Was ist aber wirklich leichter? Irgendetwas nachzuplappern, das einem vorgebetet, vorserviert wird oder herauszufinden, was für einen selbst wichtig ist?
Es ist ja auch nicht so, dass es im Hexentum gar keine Standards gäbe, an denen man sich (gerade als Anfänger) orientieren kann, wenn man das möchte. Die gibt es durchaus. Welche Regeln und Standards brauchst Du denn mehr?
Lailokeny , März 01, 2012
...
Auweia, das ist ja viel auf einmal... puuh, ich versuche es.

1. Nein, ich habe nie erwähnt, es satt zu haben, Fragen zu beantworten, das denke ich auch nicht. Im Gegenteil, ich freue mich über Fragen. Die stellt aber keiner. Die Leute fordern immer. Zum Beispiel eine Anleitung, wie Telepathie funktioniert. Noch keiner war bereit, ein Antwort als Rat zu akzeptieren. DAS nervt mich. Ernstgemeinte Fragen beantworte ich gerne und tue dies auch in realitas öfters.

2. Alle Hexen? Jep. Es gibt einen gemeinsamen Nenner, der oft erwähnt wird und an den auch ich glaube: Wir verehren die beseelte Natur und das Göttliche in dero selbst als Ganzes, also auch uns selber. Unsere Feste richten sich nach dem echten Kreislauf der Natur, nicht nach einem Kalender. Wer immer sich darauf einigen kann, ist ein Heide im Sinne des neuen deutschen Sprech.
Als Hexen selber würde ich diejenigen bezeichnen, die über diesen passiven Glauben hinausgehen und den anderen Menschen dienen möchten, im Rahmen des oben erwähnten Glaubens. Da gehört mehr dazu. Und NEIN, man kann das nicht lernen, indem man Geld zahlt für eine regelmäßige PDF-Lektion. Hexen brauchen unbedingt den Kontakt, denn Energie überträgt sich nicht übers Netz und diese ist beim Lehren wichtig. Online-Kurse sind IMMER Betrug.

3. Ja, ich denke negativ über Menschen (ich werte sie nicht ab, weil Menschen keinen "Wert" haben), die denken, es sei richtig, ihren verbohrten Individualismus-Wahn über die Gemeinschaft zu stellen, der sie dienen könnten, wenn sie nur wollten.

4. Ich bin gerne Ansprechpartner, deshalb führe ich diesen Blog hier. Sprecht.
Raphael , März 02, 2012
...
"Nein, ich habe nie erwähnt, es satt zu haben, Fragen zu beantworten, das denke ich auch nicht."
Dann entschuldige ich mich bei Dir. :-)

"Im Gegenteil, ich freue mich über Fragen. Die stellt aber keiner. Die Leute fordern immer. Zum Beispiel eine Anleitung, wie Telepathie funktioniert. Noch keiner war bereit, ein Antwort als Rat zu akzeptieren. DAS nervt mich. Ernstgemeinte Fragen beantworte ich gerne ..."
Ich lese Deine Beiträge sehr gerne. Warum? Du hast die Gabe, Begebenheiten und Gedanken auf eine köstliche Weise zu beschreiben. Aber viele Deiner Ansichten und Interpretationen in Deinen Beiträgen kann ich nicht teilen. Sie sind mir oftmals allzu einseitig, allzu festgefahren, allzu absolut. Mich würde das abschrecken, Dich um Rat zu fragen. Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich beurteile hier nicht Dich, sondern lediglich Deine Beiträge. Mehr kenne ich nicht von Dir.

"Als Hexen selber würde ich diejenigen bezeichnen, die über diesen passiven Glauben hinausgehen und den anderen Menschen dienen möchten, im Rahmen des oben erwähnten Glaubens."
Und Christen sind nur dann Christen, wenn sie Nonne/Mönch werden? Buddhisten nur dann Buddhisten, wenn sie eine gelbe Robe tragen?
Menschen, fein säuberlich sortiert, in Schubladen gesteckt und mit einem Etikett versehen?
"Hexen brauchen unbedingt den Kontakt, denn Energie überträgt sich nicht übers Netz und diese ist beim Lehren wichtig."
... Und diese ist beim Lehren wichtig... DEINER Meinung/Erfahrung nach. Energie kennt weder Zeit noch Raum. Meiner Erfahrung nach.
"Online-Kurse sind IMMER Betrug." Dann gehe ich mal davon aus, dass Du jeden einzelnen belegt hattest, um das so absolut zu beurteilen. (Nein, ich biete keinen Online Kurs an.)
"Ja, ich denke negativ über Menschen (ich werte sie nicht ab, weil Menschen keinen "Wert" haben), die denken, es sei richtig, ihren verbohrten Individualismus-Wahn über die Gemeinschaft zu stellen, der sie dienen könnten, wenn sie nur wollten."
Vebohrter Individualisten-Wahn. Soso. Das eine muss also zwangsläufig über das andere gestellt sein? Entweder, oder? Mir kommt da das Wort "Coexistenz" in den Sinn. Aber was Du denkst, das sei Dir natürlich unbenommen.

Mit diesen, meinen, Gedanken dazu in den Raum gestellt, verabschiede ich mich aus dieser anregenden Diskussion. Unser Glaube ist derselbe, aber unsere Wege sind verschieden. Du folgst Deinem Weg und ich meinem, und ich bin froh, dass wir das Beide können.
Lailokeny , März 04, 2012
...
Schade. Wieder einer weg.

Dabei hätte ich mich so gerne mal konstruktiv unterhalten.

Ich gebe zu Bedenken, dass ich deshalb so bestimmt schreibe, weil es jemanden braucht, der einen Weg kennt, zu seiner Haltung steht und diese bereit ist zu verteidigen, auch wenn es Widerstand gibt. Wischiwaschi ist einfacher, aber dann würde ich deutscher Bundespräsident werden. (Oder Online-Kurse halten.)

Aber DANKE, dass Du mir Feedback gegeben hast. (Ich verspreche auch, darüber nachzudenken.)
Raphael , März 05, 2012
...
Hach ja, darauf muss ich ja einfach nochmal ... ;-)

"... aber dann würde ich deutscher Bundespräsident werden." *lach

"Dabei hätte ich mich so gerne mal konstruktiv unterhalten."
Das haben wir ja auch beide versucht. :-) Nur glaube ich nicht, dass bei unserer Diskussion etwas Konstruktives herauskommen kann, weil wir beide bei diesem Thema wirklich komplett konträrer Ansicht sind.
Ich habe über Deine Argumente auch nachgedacht, sprich, ich habe nicht eben mal beschlossen, einfach mal so "dagegen" zu sein, weil ich gerade nichts Besseres zu tun hatte. ;-) Es ist aber so, dass sich jede Faser meines Herzens gegen den Gedanken an eine Gemeinschaft mit Reglement, Geldverkehr etc. sträubt, wie sie Dir offenbar so vorschwebt.

"Schade. Wieder einer weg."

Ich verabschiede mich nur aus dieser Diskussion, nicht von Deinem Blog. Dazu ist es einfach zu vergnüglich, Deine Beiträge zu lesen. :-) Und ich schließe auch nicht aus, dass wir mal über ein anderes Thema diskutieren werden und dabei auf einen Konsenz kommen.

Bis dahin ...

Lailokeny , März 05, 2012
...
Ich äussere mich hier mal, da der "Oberhexen"-link dirket zu meinem Post im Forum führt.

Also 1. Ich Bezog mich aufs Heidentum... ich vlt. bin ich eine Hexe vlt. auch nicht... bezeichenen tue ich mich selbst nicht so. Ich schreibe im Hexenforum, weil ich die Leute und die Gemeinschaft (sofern sie über Internet möglich ist) dort zu schätzen gelernt hab.
Trotzdem kann man mich nicht als "die" Oberhexe zittieren.
2. Ich bin nachwie for der Meinung, dass das gesellschaftliche Netzwerk, wie Medizin, Schulen, Schiedsgerichte etc. wenn dann in stadtliche Hänge hört. Ich finde wenn man schon über sowas nachdenkt dann, doch bitte darüber wie man ein System gebaut aus- und aufgebaut werden kann, in dem ein jeder Gläubiger, egal welcher Überzeugung er angehört aufgehoben ist, und mit respekt behandelt wird... großflächig, mit Platz für jede Glaubensrichtung.
Ein Heidnisches System das der Christialisierung gleich kommt will ich nicht. Die vorstellung ich kreuze "Heide" im Krankenhaus an, und es kommt an mein Sterbebett irgend ein Druide mit dessen Religion/Tradition und als Mesch ich nichts zu tun habe,finde ich nicht sehr ansprechend.
Ein System das zusammen funktioniert, und trotzdem unterschiedlichkeiten gelebet werden durfen begrüße ich hingegen sehr.
Die Lösung ist für mich nicht ein großes ganzes, sondern ein großes-unabhängiges Recht auf Kleines und auf individuelle Gemeinschaften.

Sich einfach nur zusammen zupferchen, als die Gegenbewegung zum Christentum "Wir sind das heidentum", damit kann ich wenig anfangen. Denn das "Wir" sind wir halt eben nicht. Eben weil wir so verschieden sind, die Neuheidentraditionen noch so jung sind, können nur ein "Wir" sein wenn jeder das "Du so, ich so" akzeptiert und respektiert.. man sich in Achtung vor dem begegnet.. (was hier bei dir ja nicht der Fall ist)
Unterschiedlichkeiten führen nur zu Konflikt wenn man diese nicht respektiert. Und zusammen gematscht, mit einer erzwungen Gemeinschart ist nicht die Art von Respekt, die im Heidentum Gemeinschaft möglich macht.

Vielfallst ist doch nicht ein Defiziet, sondern auch eine Stärke und Resource, wenn man sie als solches erkennt!
Die Frage muss lauten, ganz unabhäng vom Glauben(!) Wie kann man unser sozial System dafür aufmachen?... für ein jede religiöse Randgruppe.
Wozu muss man anerkannt werden? Kann es nicht einfach genügen Respektiert zu werden? Ein Recht auf sein eigenes zu haben, was bedeutet anderen ihr Recht ebenfalls zuzugestehen?
Wenn man sozial politisch denkt, solllte man nicht in einer heidnisch beheidenden das Christentum kopieren, sonder grundsäztlich was ändern, so dass solche gewaltigenden und überwalzenden Strukturen in unserer Geselschaft garnicht mehr notwendig sind um seinen galauben zu leben.


3. Mit Gurus hab ich nichts am Hut.. Aber mit einem Offiziel anerkannten Heidenkanzler halt auch nicht. Worin da der Unterschied besteht ist mir nicht so ganz klar, ausser das im ofiziellen sowie hier gewünscht, mehr Leute hinter stehen.

Es Grüßt die vermeidliche Oberhexe
FreierAtem

PS: für meine REchtschreibung übernehme ich keine Verantwortung ;-)
FreierAtem , März 10, 2012
...
Salut!

Ich finde es ein bisschen schade, nicht den Dialog zu suchen, wenn man schon auf eine Diskussion, die man selbst angestoßen hat, aufmerksam wird, sondern sie nur so hintenrum verächtlich zu kommentieren. Die Darstellung dieser Diskussion hier finde ich arg daneben - im Hexenzirkel hält sich wohl kaum jemand für eine Oberhexe, auch wenn manche etwas ruppig sind, es ist ein Ort des Gedankenaustauschs, eine virtuelle Plauderecke um gemeinsam lachen, diskutieren, sich trösten, bestärken, aneinander reiben und Rat suchen zu können. Dass das so ins Lächerliche gezogen wird, ohne dass man sich die Mühe gegeben hat, die Leute kennenzulernen, finde ich armselig, ganz ehrlich. Und mit Gemeinschaftssinn hat es auch wenig zu tun, denn es zeigt sich hier ja wieder: Dir geht es um DEINE Meinung, nicht um die einer Gemeinschaft, nicht um ein gemeinsames Erarbeiten einer einer Diskussion und den Respekt gegenüber verschiedener Meinungen.

Was im Forum besonders wichtig war zu diesem Thema, wird hier gar nicht erwähnt: Deine Erfahrungen werden so einfach von vielen nicht geteilt. Viele von uns erleben die bestehende heidnische Gemeinschaft ganz anders, nämlich überwiegend offen, bodenständig, liebenswert, hilfsbereit und großzügig. Auf den Stammtischen, die ich besuchte, waren immer normale, freundliche Menschen und es ging um ein nettes Miteinander, nicht um Selbstdarstellung. Es gab oftmals kostenlose Verpflegung und es wurde viel getauscht und verschenkt, Bücher, Handarbeitskram, Kräuter, etc.
Bei Reclaimingworkshops tragen oft die besservedienenden einen Großteil der Kosten, damit Geringverdiener sie sich auch leisten können.
Eine Schamanin aus Berlin vergibt jeden Monat eine kostenlose Sitzung für sozial Schwache. Ich könnte noch viele andere Beispiele anführen und ich selbst versuche auch immer, neuen und interessierten Heiden zu helfen, wo ich kann (wenn ich kann).

Das ist der Grund, warum ich mich in der heidnischen "Gemeinschaft" bereits wohl fühle, so wie sie ist bzw. wie ich sie erleben darf. Einen Fürsprecher, eine Vertretung brauche ich nicht, will ich auch gar nicht. Öffentlichkeitsarbeit ist mir auch ziemlich schnuppe, denn für mich ist Spiritualität ohnehin etwas, was sich in meinem Inneren abspielt und was ich allein mit mir selbst und meinen Göttern abmache.

Liebe Grüße,
Liath
Liathano , März 11, 2012 | url
Oberhexen
Sei gegrüßt ,
von einem Forumsmitglied , wurde ich auf deinen Beitrag aufmerksam gemacht .
Mit bedauern musste ich lesen , dass meine Eröffnung eines Freds im HZ
dir so einige Tage des Überlegens bescherte .
Wenn auch erst seit ein paar Jahren auf diesen Pfaden unterwegs - kann ich deine Ansicht nicht Nachvollziehen .
Ich lebe nicht in USA , sondern in der BRD , wo jeder nach einer Sorgfaltsregelung schreit und ständig alles durch Gesetze geregelt wird . Was gegebenfalls auch seine Vorteile hat .
Wenn man niemand darauf stösst - lebt sichs ganz freiheitlich . Dies würde sich aber ändern wenn man ggf. eine Gründung im spirituellen anstreben würde .
Nach aller Offenlegung und Inhalte würde eine Hatz entstehen , die die "Hexenverfolgung" in der jetzigen moderne locker in den Schatten stellt .
Denn die Staatsreligion ist christlich - nebenbei würde ,wenn verschiedene Instutitionen genug rühren , auch dieses Grundrecht beschnitten .
Nur mal so angemerkt .
Alles hat so seine Vor u. Nachteile .
Ich geniese nicht eine solidarische Unabhängigkeit und habe auch eine Verantwortung die mir durchaus bewußt ist
LG
Satohl

Satohl , März 12, 2012
An "Freier Atem"
Religiöse Angelegenheiten gehen den Staat gar nichts an. Das ist seit der Säkularisierung so und auch wenn es ignoriert wird und wir religiös tendenziöse Parteien, wie die CDU zulassen, so ist das dennoch falsch. Ihre Religion müssen die Follower selbst verwalten. Unbedingt.

Wenn man "Heide" im Krankenhaus angibt, kommt zumindest kein christlicher Priester an Dein Sterbebett, um die Seele zu retten. Den Druiden kannst Du dann immer noch höflich wegschicken. Ich will aber, dass es zumindest die MÖGLICHKEIT gibt, weil das bisher von den Krankenhäusern und Gefängnissen abgelehnt wird.

Ich bewerte die Aussagen und Tätigkeiten von Menschen selbstverständlich durchaus mit der nötigen Missachtung, aber NICHT sie selbst als Person. Ich traue ihnen allen zu, ihren Fehler einzusehen. ("What you do" versus "What you are" issue - bitte nicht verwechseln)

Und genauso wenig wie Obama den Sozialismus einführen möchte, wenn er eine Krankenversicherung fordert, will ich nicht alle Heiden "zusammenpferchen" und "Christianisieren". Bitte überdenkt doch einmal eure Tea-Party-Rhetorik.

Das Heidentum ist nicht jung. Es ist so alt wie die Menschheit selbst. Unsere Methoden, wie wir das als Religion in die heutige Zeit einbauen sind neu und unausgegoren. Jeder macht, was er will und nennt das Freiheit, bedenkt aber nicht, dass er den anderen dann von deren Freiheit nimmt. Der einzelne, der unsere Religion lächerlich macht, indem er Engelsessenzen und Aurafotos verkauft, schadet allen anderen und das müssen wir nicht dulden und erst recht nicht als richtig akzeptieren. Ich fordere mehr Achtung vor der Gemeinschaft und weniger ICH-WILL-ABER-Bezogenheit. Wir sind doch nicht im Kindergarten...

Was hat eine Solidargemeinschaft mit "zusammenpferchen" zu tun? Wer nicht dran teilnehmen will, braucht es auch nicht. Der soll sich dann aber auch nicht in die Öffentlichkeit drängen und so tun, als hätte er ein Interesse an den anderen Heiden.

Fazit: Auf keinen Fall darf der Staat sich in religiöse Dinge einmischen, auch nicht finanziell. Das ist in der Geschichte der Menschheit noch nie gut gegangen. Wir werden das selbser tun müssen.
Raphael , März 14, 2012
An Liathano
Ich war einer der ersten Heiden Deutschlands, der das Aufkommen der Hexenforen im Internet begleitet hat und bis in die frühen Nuller-Jahre war ich auch aktiv beteiligt. Leider ist es aber so, dass ich aufgegeben habe, Foren zu benutzen, um zu diskutieren, weil es NIE um einen konstruktiven Diskurs geht, sondern nur darum, seine Meinung (möglichst ohne nachzudenken) zu "verteidigen". Man sieht ja auch in dem Hexenzirkel-Thread über mich, dass kein einziger der Beteiligten mal gesagt hat: "Hmm, bei dem einen oder anderen Punkt hat Raphael aber schon recht, wollen wir nicht mal nachdenken über ...". Da ging es lediglich nur darum, dass alle sich gegenseitig bestätigen wie wunderbar es doch ist, wenn alles so bleibt wie es ist und wie schrecklich es doch wäre, wenn die Hunnen erst kommen und uns arme freie Heiden in Käfige zwingen. Das war einfach zuuu klischeehaft, als dass ich mir einen bösen Blogeintrag hätte verkneifen können, sorry, nicht persönlich nehmen. Ich bin mir sicher, dass ich im direkten Gespräch mit den "Oberhexen" sowohl sympathische, als auch konstruktive Ansatzpunkte gefunden hätte, das geht aber in einem Forum nie.

Es freut mich sehr, wenn es tatsächlich stellenweise klappt, dass sich Heiden umeinander kümmern. Ich weiss, dass das einige machen. Es geht aber um Rechtssicherheit. Macht euch das doch bitte mal klar. Diesen Satz hier bitte sorgfältig lesen und darüber reflektieren: Wenn eine Hexe Hilfe braucht, dann soll sie nicht darauf angewiesen sein, wen sie kennt.
Und da sind wir noch lange nicht.
Ich kenne viele Stammtische in ganz Deutschland und die größten heidnischen Vereine, deshalb kenne ich auch die Real-Life-Probleme und da ist mit Sicherheit nicht alles in Ordnung.

Stichwort Reclaiming-Workshops: Ich habe selbst einmal monatelang gesucht, um einen vernünftigen Ansprechpartner zu finden, um zu Reclaiming-Treffen zu fahren. Und als ich nach drei intern weitergeleiteteten Mails dann eine Einladung bekam (voll der Geheimkult...), war das:

1. Hundert Kilometer weit weg in einem gemieteteten Saal mitten in der Stadt,
2. UNverschämt teuer (4 Stunden für 20 Euro, pfff) und
3. Durften Kinder nicht mit. Viel abgehobener und lebensfremder geht ja bald nicht mehr für eine naturnahe Religion. Stellt euch mal vor, ein Journalist geht neutral hin und versucht, über uns zu recherchieren und dann bekommt er so eine Einladung ... was wird er schreiben? (Und hört auf zu erzählen, euch sei die öffentliche Meinung egal, den anderen ist sie das nicht.)

Fazit: Die Öffentlichkeitsarbeit soll sich nicht auf die persönliche Spiritualität erstrecken, aber wir sollten bedenken, dass wir kein "Closed Shop" sind. Wir sind nicht die einzigen und letzten Heiden/Hexen und sollten darauf achten, dass unsere Kinder nicht in eine öffentliche Meinung hineinwachsen, die sie in eine Schublade mit dementen und erzkonservativen Althippies steckt.

Meinung: Und es sind nicht DEINE Götter. Genau da machst Du den Denkfehler. Es sind UNSERE.
Raphael , März 14, 2012
An Satohl
{quote}"Nach aller Offenlegung und Inhalte würde eine Hatz entstehen, die die "Hexenverfolgung" in der jetzigen moderne locker in den Schatten stellt. Denn die Staatsreligion ist christlich - nebenbei würde, wenn verschiedene Instutitionen genug rühren, auch dieses Grundrecht beschnitten."{/quote}

Du glaubst doch nicht ernsthaft daran, dass nur unsere "Geheimhaltung" für unsere Sicherheit garantiere, weil im Grundrecht ja bekanntermaßen neben der Scharia noch der Hexenhammer gilt?

Deine Argumentation erinnert mich an das Gejammere der Wirte, die ein deutschlandweites Kneipensterben prophezeit haben, wenn erst der Raucherschutz aufgehoben wird.

Und genauso wie die tatsächlich pleite gegangenen Wirte selbst daran schuld sind, weil sie ihre Dreckskneipe in Wirklichkeit schlecht geführt haben, aber den Nichtraucherschutz als einzigen Schuldigen erkennen, sollten wir uns auch darauf konzentrieren, dass wir ein System veröffentlichen, das nicht den allgemeinen Ruf nach Scheiterhaufen provoziert.

Fazit: Wir müssen schon deshalb unseren Auftritt in der Öffentlichkeit und der Gemeinschaft überdenken, um Animositäten der letzten noch christlich-fanatisch Denkenden kein Futter zu liefern. Wir sind ja eh schon lange nicht mehr geheim, das Internet ist nämlich: Tadaaa ... öffentlich zugänglich und jeder Pavian kann es bedienen!
Raphael , März 14, 2012
...
OK stadtlichkeit und Religion gehört getrennt :-) ... dann hab ich deine Beiträge missverstanden. Für mich klang das dermaßen nach "heidnischer Übernahme"... naja entschuldige dafür.
Für die Möglichkeit Religion auszuleben.. z.B. am Sterbebett, und die Freiheit generell kämpf ich gerne... aber wie gesagt als ein Menschenrecht, nichts fürs Heidentum.. anderen Nichtchristen geht es auch so.

Hm die Uralten Wurzeln - das sehe ich nicht so. 1000 Jahre Christentum lassen sich nicht wegwischen. Da einfach wieder zubehaupten man lebt das Orginal, geht nicht. Man kann sich an wenigem Wissen das man hat orientieren, aber Orginal- in alter Tradition ist das wohl kaum. Auch wenn man das Alte manchmal manchmal spürt, und auch wenn man das unbedingt so will... Es ist nun mal so das die Christen unser Land und unsere Gesellschaft geprägt haben... und wenn eine andere Zeit kommt und das Christentum pröckelt (weil das einfach von Jahr 1000 zu Jahr 1000 so passiert) dann entsteht etwas NEUES, und die alten Dinge an denen man sich orientert, mit denen man träumt, sind mehr sowas wie antike, wertvolle Möbel in einem modernen Haus.

Ich mag esoterik-Abzocke auch nicht besonders, und über manche Fernsehaufdritte muss ich lachen, ... aber glaubst du denn wirklich DU würdest seriös wirken, wenn du im Fernsehen von Göttin und Gehörnem sprichst??? Das die Leute dich ernst nehmen könnten weil du Jeans und Hemd trägst, anstadt einer schwarzen Robe?? - ich glaube nicht wirklich.
Für jemandem der sich mit diesen Dingen nie beschäftigt hat, grundsätzlich das alles ablehnt (was ja eher die Regel ist) wird Glaube und Spiritualität immmer schräg rüber kommen - das ist bei den Christen auch nichts anderes, und die sehen oft sehr normal aus... So wissenschaftlich wie die Menschen denken.. kann man ab einer bestimmten Offenbahrung garnicht mehr für alle seriös wirken.

Und was die Gurus betrifft mit denen man in einen Topf geschmissen wird... schau dir doch die Katholiken an, eben weil die "eine" Kirche sind passiert denen das noch viel mehr, und schneller - jede negativen Schlagzeile fällt auf alle zurück.
WIR können uns wenigstens noch distanzieren, weil wir ggf. mit der heidnischen Gruppen, garnichts zu tun haben... und das auch nicht beweisen müssen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass das sehr gut geht, eben weil auch "Nicht-Heiden" wissen dass es "den einen" Dachverband nicht gibt, und man selbst da auch nicht drinn ist.

...hm...
Eines was ich irgend wie noch sagen will ist:
Das Heidentum (heute) bedient nun mal einfach "dieses" Klientel, das dich nervt... das ist einfach so. Und die Regeln einer Gemeinschaft unter vielen Idividualisten sind anders, als in einer mit Menschen die Wert darauf legen conform zu laufen... auch das ist einfach so.
Was ich nicht so ganz verstehe ist warum du so dagegen kämpfst?
Ich mein identifizieren tust du dich, doch auch mit dem Heidentum, aufgrund deines Glaubens, oder?
Niemand verlangt das selbe auch mit allen anderen Heiden zu tun. Es sind Deine Augen, die an den Menschen hängenbleiben die nicht nur einfach brave Heiden sind, sondern vorallem ihren Typ verkaufen.
Vorallem gibts auch andere... die ihren Glauben einfach leben, und trotzdem gesellschaftsconform und seriös sind, und so wenig sind das garnicht.

Grüße
FreierAtem
FreierAtem , März 14, 2012
Meine Art zu schreiben
Noch mal hallo an alle und danke, dass ihr euch an der Diskussion beteiligt.

Ich entschuldige mich wirklich und ohne Einschränkung bei Leuten, die das Gefühl haben, ich würde sie als Mensch verhohnepipeln. Es liegt mir nichts ferner.

Ihr müsst euch mich vorstellen als der engagierte Abiturient, der im neu gekauften Anzug bei der Goldenen Hohzeit seiner Großeltern zum ersten Mal die Gelegenheit bekommt, mit den Großen zu diskutieren, motiviert, ungebrochen und versehentlich unhöflich im Tonfall.
Es geht mir echt um die Sache, weil ich sie für wichtig finde und, da ich eh schon alles wichtige im Leben habe, auch nicht um meinen Vorteil oder Prestige. Gleichzeitig hasse ich unnötige political correctness und sage, was ich gerade denke. Aaaaber ich lächle euch dabei immer an. Echt.

PNS: In den nächsten Tagen antworte ich auf Freier Atem im Blog (Ich muss unbedingt nachsehen, ob es "Freier" im Vornamenlexikon gibt, denn dann wäre das schön ironisch.)
Raphael , März 14, 2012
...
*lol* ..ironische Anspielung auf den Freier, oder "noch" freier...
...im echten leben heisse ich übrigens Steffi. Salut!

Ja deine Art zu schreiben...
Im Zeitungsartikel, und hier bei der Tea-Party dachte ich wirklich was für n sch** Pauschalurteil, Absolutheit und alle-über-einen-Kamm-Keule ist das denn?! Das kann ich ja schon aus Prinziep garnicht ab.
Aber, als ich deinen Blog heute gründlich durchgestöbert habe, ist es es mir quasi wie Schuppen von den Augen gefallen..
Deine Art zu schreiben ist Satire, und das sogar ausgesprochen humorvoll.. ich musste mehr als einmal herzlich lachen.
Als solche kann ich die Mücke Wahrheit im Elefanten, und den Wunsch (ohne die Spitzen), auch ganz gut stehen lassen, ..selbst wenn ich es nicht immer so sehe wie du.

und auf deine Antwort freue ich mich schon.

PS: ...nein, keine Sorge. Ich entwickel mich grad nicht zum Stalker ..und das letzte Wort muss ich auch nicht immer haben... ich liege im Moment einfach nur krank darnieder, und hab Langeweile ;).
FreierAtem , März 15, 2012
...
Guten Morgen ,
Geheimniskrämerei ? Raucher - Nichtraucher - Kneipenwirt ?
Nun da scheint mein Beitrag wohl nicht richtig verstanden worden sein .
Ja deine Satire habe ich wohlwollend zu Kenntnis genommen o. vlt. den beissenden Humor .

Freier Atem hat da ja einiges kommentiert . Ich liebe ihre Beiträge und wir differieren nicht auseinander .
Gruß
Satohl
Satohl , März 17, 2012

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