Mar
11
2011
|
|
Hexendoktor Joe ist für mich ein großes Vorbild und, wie ich finde, auch eine Autorität, was richtig gelebtes modernes Heidentum betrifft. Er ist ein ehemaliger Soldat, der 10 Jahre für die Interessen der USA Menschen getötet hat und töten hat lassen und trotzdem höre ich ihm zu. Wer mich kennt, fragt sich zurecht: Wieso? Die Antwort ist: Weil er über alles nachdenkt und tut, was er für richtig hält. Und wenn man nun einmal wirklich überzeugt davon ist, dass man den Weltfrieden nur dann herbei führen kann, wenn man sich von feigen geldgierigen Politikern sagen läßt, auf wen man zu schießen hat, dann ist das zwar traurig, aber irgendwie doch korrekt. Dennoch ... irgendwann sollte mal der Moment gekommen sein, an dem man aufwacht und sein Handeln hinterfragt. Wer dann eine eigene unabhängige Entscheidung zu treffen bereit ist, der hat es verdient, dass man darüber nachdenkt, vergangenes Fehlverhalten zu verzeihen, auch wenn es nie eine Rechtfertigung dafür geben kann. Im Fall von Joe muss ich einsehen, dass die Klischees nicht einfach bedient werden können. Vor und nach seinem Militärdienst hat er sich immer um sozial schwache und benachteiligte Menschen gekümmert und er benutzt seine Vergangenheit als Soldat heute, um Leute zu erreichen, die einem sonst keinen Vertrauens-Kredit geben würden, indem er z.B. heidnische Zirkel in Gefängnissen aufbaut. Die Insassen hätten ihn ohne seine Street-Credibility niemals akzeptiert. Heute spricht er immer wieder für die Randgruppen der Gesellschaft und dort sind genau die Menschen versammelt, die am meisten Hilfe von einem Priester oder Seelsorger brauchen. Vorab schon mal bemerkt: Ich bin mit dem Inhalt nicht einverstanden. Gebete mit der Bitte, dass irgendein Gott Hirn vom Himmel schmeissen möge, halte ich für amüsant, aber grundfalsch. Weil sie natürlich nichts bringen. Sie halten einen lediglich davon ab, in der Zwischenzeit etwas Sinnvolles zu tun. Aber die Ansprache hat mich zum Nachdenken angeregt: Vielleicht ist es doch sinnvoll, zum gemeinsamen Gebet anzuregen und sei es für den Weltfrieden, denn in der Begründung, wieso man das macht, wird immer wieder an die Missstände erinnert und so geraten sie nicht in Vergessenheit oder zwischen die Mühlräder des Alltags. Und weil es echt schwer ist, Menschen, die nicht selber in großer Not sind, zu aktivem Widerstand zu motivieren, ist dieser kleine Schritt vielleicht sinnvoller, als gar nichts zu tun. Thank you Lord and Lady for having Joe speak to us! Blessed Be.
|
