Sep
19
2011
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Zu meinem Beitrag, in dem ich schrieb, dass mein Sohn aus Betreuungsgründen in die katholische Schule muss, kam dankenswerterweise ein Kommentar, der mich zu einer längeren Antwort inspiriert: "Kann er dann wenigstens in die konfessionslose Richtung wechseln, wenn er alt genug ist, ein Schlüsselkind zu sein?" Dazu gibt es zwei Sichtweisen: Entweder man möchte sein Kind von allen "fremden" Einflüssen fern halten, damit es nicht selbst zu viel nachdenken kann und brav funktioniert, wie von den zwölf Feen vorgesehen oder man versucht es auf die Welt mit ihren vielen Aspekten vorzubereiten. Beides hat Vor- und Nachteile. Wir Hexen sind nur sehr wenige, besonders wenn ich die Esoterik-Freaks, die mit Engeln sprechen und/oder Wasser energetisieren etc., herausrechne. Es ist jetzt nicht so, dass der katholische Unterricht meinen Sohn zwingt, vor dem Kreuz zu knien und 100 Vater-Unser zu beten oder sich mit einer Geissel blutig zu schlagen, weil er irgendetwas begehrt, das geht ja spielerisch los: Singen, klatschen und Geschichten über ein fernes Wüstenvolk zu hören, ist doch nett, denke ich. Wir haben jedenfalls keine Angst davor, dass er gehirngewaschen wird und zu den Christen gelockt wird, dafür ist der christliche Glaube viel zu unlogisch und unangenehm. Die Kinder wegzusperren um zu verhindern, dass sie schädlichen Einflüssen ausgesetzt werden, lässt sie wohl kaum zu reifen Erwachsenen werden. Andererseits ist es wesentlich mehr Arbeit, immer alle zu lernenden Aspekte vermitteln zu wollen: Beispiele: "Papa, die Christen machen schon wieder Krach!" Uuups. "Papa, wieso darf Mohammed kein Schweinefleisch essen?" Doppel-Uuups. Kinder von fremden Religionen fernzuhalten, hat Vorteile. Zumindest sie so formbar sind und die Welt unverständlich. Da aber in den meisten Familien die Eltern die obersten Autoritäten sind, wenn es um Ausübung des eigenen Glaubens geht und gerade in der Kleinkindphase die Söhne und Töchter nichts lieber wollen, als den Eltern zu gefallen, kann man es gerade da noch riskieren, ihnen den Unterschied zwischen den theologischen Sphären zu vermitteln, noch bevor sie sich aus Trotz darauf stürzen. Uns ist nur eines wichtig und das kann ich nicht oft genug sagen: Ich möchte lediglich, dass niemand meinem Sohn sagt, er sei etwas Schlechteres und er soll nicht behaupten, er sei etwas Besseres. Wenn das alle so machen würden, wäre die Welt ein besserer Ort. Jetzt wäre eigentlich die Stelle, wo ich bedauernd darauf hinweisen sollte, wie schade es ist, dass wir Hexen/Heiden so schlecht organisiert sind und weder Schulen, noch Begegnungsstätten, noch Pressesprecher haben, aber das weiss eh jeder, der hier liest und es wird auch nix ändern. Trotzdem sehr schade, das.
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