Jul
27
2009
|
|
Ich habe des Öfteren über meine Beweggründe geschrieben, dieses Weblog zu führen. Sie sind hauptsächlich darin begründet, dass wir ein repräsentatives Beispiel sind, wie sich eine normale Familie in Deutschland auf heidnischen Wegen zurecht findet. Es gibt bestimmt ein paar Hexen, die ihre geheimen Rituale schon seit Urzeiten pflegen und genau wissen, was sie tun, aber wir gehören zu der großen Masse, die sich bewusst und originär dafür entschieden hat, sich Hexen zu nennen und mal zu sehen, wohin das führt. Für jede Talkshow wären wir zu langweilig, weil ansonsten alles äußerst normal bei uns läuft. Und das macht uns zur werberelevanten Zielgruppe zwischen 3 und 43, in der sich vielleicht die meisten Leser wiederfinden könnten, zumindest in Teilbereichen. Aus gegebenem Anlass steht auch die Kindererziehung heidnischer Prägung bei uns zu Hause und eben auch hier immer im Zentrum. Kein anderer Punkt ist so heikel, denn Erwachsene können ihre Überzeugungen und Rituale anpassen, je nach Gusto, aber bei Kindern muss man konsequent und verlässlich sein. Sie wollen Vertrauen aufbauen, da kann man nicht schwanken. Irgendwie schaffen es die Christen aber, mit wenigen Mitteln wesentlich nachhaltiger in die Köpfe der Kinder vorzudringen.Es war äußerst unglücklich, dass ausgerechnet die Freunde meiner Kinder unlängst getauft wurden. Ich hatte noch versucht mit Engels Dämonen Geister (ach … Driss – halt mit irgendwelchen) Zungen auf die Eltern einzureden, dass es keine gute Idee sei, die Kindern in einen Glauben zu drängen, der zu Hause nicht gelebt wird und nur weil man sie möglicherweise irgendwann in eine Tendenz-Schule bringen möchten könnte, sie gleich zu taufen – Gudisk Himmins! – das ist keine gute Idee. Als wäre das noch nicht genug, haben die Kids anscheinend auch noch katholischen Nachhilfeunterricht erhalten, in der klassischen Kurzform: Getaufte Menschen kommen in den Himmel, alle anderen sind böse und werden vom Teufel geholt. Außerdem würden sie von nun an viele Feiern haben dürfen, an denen es Geschenke geben wird, angefangen mit eben der Taufe. [ich will auch Christ werden, das klingt doch irgendwie gut] Auf jeden Fall hatte ich irgendwann die Faxen dicke und beschloss, meine Toleranz gegenüber anderen Religionen ein wenig aufzuweichen, woraus sich der folgende, zweiteilige, an Dramatik zuspitzende Dialog mit meinem Sohn entwickelte: „Papa, ich will nicht draußen schlafen. Da gibt es bestimmt Geister. Ich habe da gerade was gehört!“ Wir haben dann doch lieber im vertrauten Schlafzimmer übernachtet. [du vergisst zu erwähnen, dass ihr mit dem teppichklopfer durch das ganze haus gegangen seid und gedroht habt, alle geistwesen zu vermöbeln! das war ü-ber-hau-pt nicht lustig!] Am nächsten Tag, bei Licht besehen, war alles anders. „Papa, schlafen wir heute in der Gartenlaube?“ Nicht nur, dass sie ihre Kinder indoktrinieren, die das dann an andere Kinder weitergeben, der Vater ist auch noch Jackson-Fan. Jetzt hatte ich langsam genug von dieser Familie. „Nein, Michael ist tot und ich bin mir sicher, er hat weder Flügel noch ist unsichtbar. Er ist tot und weg, genauso wie die Mücke, die Du gerade erschlagen hast. Seine Musik lebt noch und das Andenken an ihn. Aber wenn Dir jemand erzählt, er sei ein Geist, dann lügt der.“ |