May
06
2011
Gottes eigenes Land
Aberglaube ist für mich immer ein großes Thema. Wer mein Hexenblog verfolgt, weiß, wie sehr ich den Leichtsinn, unsinnigen Riten und vorgefertigten Unwahrheiten zu folgen, verdamme. Die sogenannten Weltreligionen bauen nahezu ihr gesamtes Dogma auf so etwas auf. Und bevor jemand schreit: Ja, ich gebe zu, wir sogenannten „Heiden“ tun es auch viel zu oft.
Unsere finsterste Stunde haben wir einem solchen Moment der Schwäche zuzuordnen. Da kam ein dahergelaufener Irrer in wallenden Gewändern und verklärtem Blick vorbei und betrat die Hochburg der Germanen, um eine billige Wette zu gewinnen...

Ich versuche diese Geschichte seit einem Jahr einzubauen, aber es ist mir nicht gelungen, weil ich ye olde headdeskheaddesk nicht unterdrücken kann, wenn ich daran denke. Aber als ich meinen Kindern unlängst aus „Germanische Götterwelt für Kinder“ vorlas und bei der gefällten Eiche ankam, sahen sie mich fassungslos an und stellten eine Menge Fragen und wenn Kinder das verstehen, dann hoffentlich wohl auch meine Leser.

Also in Kurzform: Egal, ob es Drogen, sexuelle Frustration oder religiöse Verklärtheit war … Es kam tatsächlich ein Mönch der jungen christlichen Bewegung in das Zentrum der germanisch-heidnischen Bewegung und schlug ihnen vor, zu beweisen, dass es ihre Götter gar nicht gibt. Und was machen diese wahrscheinlich dauerbesoffenen Genies, anstatt in seinen Eingeweiden zu lesen? Sie geben ihm eine Chance...
Also fällt er die große Donar-Eiche und weil kein Blitz vom Himmel fällt, um ihn zu richten (siehe Prinz Eisenherz #34, Seite 12), sind sie spontan davon überzeugt, dass er recht hat und treten zum Christentum über.

Argllll......

[warum haben die nicht einfach eine kirche angezündet und geguckt, was dann passiert?]
[Gute Frage. Sehr gute Frage.]
[und?]
[Wir haben es versucht. Aber außer einer langen Gefängnisstrafe war für den Herrn von Burzum nicht mehr drin, als Prophet und so … Und wann wann immer die Christen ein eindeutiges Omen trifft, dann leugnen sie es.]
[echt? das scheint mir entweder extrem schlau oder wahnsinnig ignorant zu sein. hast du beispiele?]
[Klar. Drei Buchstaben: USA]

Thema: Zeichen und was sie bedeuten. Welche sind wichtig, welche sind ein Fake?

Als den Ägyptern Frösche auf das Dach regneten und ihre erstgeborenen Söhne starben, waren sie doch laut Bibel zumindest skeptisch und diese Phänomene wurden jahrhundertelang als Triumph des Christengottes gewertet, oder?

Was also, wenn ein Tornado nach dem anderen, Überschwemmungen, Erdbeben und sonstige Katastrophen ein Land heimsuchen und hunderttausende Menschen in die Verzweiflung stürzen? Sollte man nicht dann doch langsam daran zweifeln, dass man von einer schützenden Hand behütet wird? Dass der unsichtbare Mann im Himmel an den man eisern glaubt, der einen selber liebt und alle anderen verdammt, gerade außer Haus ist?

Neeein, sie beten nur noch intensiver und finden Marktlücken, um die Verzweiflung der Menschen noch aufzufangen und zu Geld zu machen.
Unlängst wurde ein Tele-Hasspriester der Christen von Fox gekickt, weil er dann doch zu absurd war (Wer die Geschichte des US-Senders Fox kennt, der weiß, was das heißt...). Und das nachdem er mit seinen verzweifelten Hassbotschaften Millionen verdient hatte. Ich bekommen Krämpfe wenn ich auch nur beginne, hierzu meinen Kopf zu schütteln.

Ich bin kein Experte, was es bedeutet, Zeichen zu deuten, aber meiner Meinung nach HASST Gott die vereinigten Staaten und zeigt es ihnen, wo immer er nur kann. Aber wer bin ich schon, das zu orakeln. Ich kann doch noch nicht mal Tarot...

 

 

Kommentare (2)

...
Wiederum ein interessanter Artikel, von dieser Wette hab ich noch nie gehört (bin aber auch bisher nicht so sehr in Berührung mit germanischen Göttern gekommen) auch wenn ich - wiederum - nicht mit allem konform gehe. Um diesmal etwas mehr zu begründen: Für mich ist es durchaus logischer, wenn Christen "Zeichen" ignorieren als bei anderen Religionen/Heiden. Denn während für mich das Göttliche der Welt immanent ist (und weder gut noch böse), besagt doch ein Großteil der christlichen Schriften, dass Gott der Welt den Rücken gekehrt hat, dass er nicht außerhalb der Erde steht und man nur die Chance hat, ihm näherzukommen, wenn man irgendwann ins Paradies eingeht. Und das gemeine Volk hat ja sowieso keinen Draht zu Gott und darf nichts auslegen, was so von ihm kommt, dieses Recht ist den Priestern vorbehalten ... Dass das viele Christen, die eher einen "eklektisch" Glauben leben, anders sehen, ist mir jedoch auch klar.

Dennoch - leben und leben lassen. Ich gönne den Menschen Hoffnung und Glauben, wenn es ihnen mehr Kraft und Mut im Leben gibt, selbst wenn ihr Glauben nicht mit meinem korrespondiert oder mir unlogisch erscheint. Natürlich, Hassprediger und gewaltsame Missionierer sind nicht zu tolerieren - wiederum haben die meisten von ihnen einfach eine schlechte Persönlichkeit, die Religion ist nur die Ausrede und "Medium".

Und ob das (der?) Tarot ein Orakel ist oder nicht eher Hilfsmittel zur Innenschau und Selbsterkenntnis, darüber würden viele wohl auch streiten. ;)
Liath , Mai 12, 2011 | url
Die Christen und ihr Gott
Meine gesamte bisherige Wahrnehmung christlichen Alltags ergab, dass sie überzeugt sind, dass Gott
1. erreichbar ist (Beten, Gottesdienst)
2. eingreift (Wunder, Beichte, Bussgänge, Hilferufe)
Die von Dir angesprochene Weltabgewandtheit verfolgt nur eine sehr kleine Splittergruppe, die zu viel Nietzsche gelesen hat.

Im Ernst: Keine Weltreligion (erst recht nicht so eine kalkuliert auf Machtgewinn aufgebaute wie das Christentum) kann sich erlauben, ihren potentiellen Jüngern von einem abgewandten Gott zu erzählen. Das würde alle Hoffnung nehmen.

Das mit dem Paradies ist lediglich die Versprechung der Fortsetzung des Lebens, nur in noch besser und nur, wenn man brav war.
Raphael , Mai 13, 2011

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