Aug
31
2011
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"Warum soll es Dir besser gehen als mir?" Das hört man im Alltag immer wieder. Dabei ist dieser Satz eine Unverschämtheit. Denn so gut wie immer sind die Benutzer dieser Phrase selbst schuld an ihrer misslichen Lage und haben sich die Suppe selbst eingebrockt oder zumindest zugelassen, dass jemand sie versalzt. Jetzt ärgern sie sich und fordern mit kleinkindlichem Trotz, dass alle die selbe versalzene Brühe zu essen haben. Andererseits hört man nie den Satz: "Dir soll es ruhig auch so gut gehen wie mir." Woran liegt das? Die Fähigkeit, anderen Menschen etwas zu gönnen und die eigene Gier zu zügeln muss entweder gelernt oder aufgezwungen werden, da bin ich mir sicher. Es wird nahezu erwartet im Alltag, dass nicht geteilt wird und nur genommen bei jeder Gelegenheit. Es stößt auf Skepsis, wenn jemand freiwillig verzichtet und großzügig ist. Wir kennen das alle, wir wissen Bescheid, aber können nichts machen, außer irgendwann mal gewalttätig werden, davor müssen wir aber ein Elend wie in den arabischen Staaten Anfang 2011 erreicht haben. Absehbar, weil der Deutsche sich bis zuletzt alles gefallen läßt aus Angst, etwas verlieren zu können von dem bißchen, das er noch hat und immer hofft, dass zuerst die anderen alles verlieren, bevor man selbst dran ist. Damit müssen wir leider leben. Ich schreibe nur deshalb noch einmal darüber, weil mir aus aktuellem Anlass aufgefallen ist, dass besonders Christen sich dieses Prinzips bedienen. Dabei haben sie doch eine gegenteilig lautende Regel: "Liebe Deinen Nächsten und teilt miteinander euer Brot." So jedenfalls steht es im dicken Buch. Und trotzdem sind eben die Jünger der Backen-Hinhalt-Theorie besonders scharf darauf bedacht, dass es ihren Nachbarn gefälligst genau so viele Frösche in den Garten regnet, wie ihnen selbst. [der alte geisterfahrerwitz ...]
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